| - Auswahl von Fotos nach dem Unwetter aus Freital und |
| - von dem Streckenabschnitt nach Coßmannsdorf |
| - Fotos von Marko Rost aus dem Rabenauer Grund |
| - Fotos von Bernd Ratajczak (IGW) Teil 1 Rabenauer Grund |
| - Fotos von Bernd Ratajczak (IGW) Teil 2 Dippoldiswalde- Buschmühle |
| (c) Copyright 2002 für alle Fotos IG Weißeritztalbahn e.V.- weiter Veröffentlichung nur mit Genehmigung |
Liebe Eisenbahnfreunde,
nach heftigen Regenfällen, die am 12. August 2002 begannen, zerstörte die Rote Weißeritz größere Abschnitte der Schmalspurbahn Freital-Hainsberg - Kurort Kipsdorf. Der Bahnkörper ist so stark beschädigt, dass ein Zugverkehr auf der gesamten Strecke für längere Zeit nicht mehr möglich ist. Die traurige Situation könnte bei der DBAG und von der Politik zum Anlass genommen werden, die Weißeritztalbahn für immer stillzulegen!
Der Zugriff auf unsere Internetseiten ist seit dem 12.08.02 enorm gestiegen - an einem Tag hatten wir so viele Zugriffe, wie sonst in einem Monat. Auch per E-Mail erreichen uns sehr viele Anfragen. Von einzelnen anders lautenden Mitteilungen und Prophezeiungen abgesehen, erhalten wir durchweg aufmunternde Grüße und ein ungebrochenes Interesse an der Weißeritztalbahn! Die Angebote zu tatkräftiger Hilfe vor Ort und zu finanziellem Unterstützung geben uns Mut, den Wiederaufbau ins Auge zu fassen und auch anzugehen! Ihr und wir wissen - die Hoffnung stirbt zuletzt!
Zur Situation:
(Nach Information von Ralf Kempe, der die Strecke am 17.08.02 bis nach
Buschmühle begangen hat.)
Alle Fahrzeuge der Weißeritztalbahn sind unbeschädigt.
Der Bahnhof Freital-Hainsberg und das Verbindungsgleis nach Freital-Potschappel sind vom Hochwasser nicht betroffen. Die Fahrzeughalle der WAS (Wagenausbesserungsstelle) in Freital-Potschappel war mit Wasser voll gelaufen, ist aber unbeschädigt. Nach Reinigungsarbeiten kann hier die Arbeit wieder aufgenommen werden.
Von Freital-Hainsberg nach Freital-Cossmansdorf und bis zum km 3,3 sind einzelne Gleisabschnitte unterspült und der Schotter „umverteilt“. Die Brücken sind alle noch vorhanden, soweit erkennbar noch in alter Lage, müssen aber noch genau untersucht werden. Der Massivbrücke am km 3,196 (oberste der vier Massivbrücken im Rabenauer Grund, unmittelbar oberhalb des ehemaligen Tunnels) fehlt der Mittelpfeiler. Die Stahlbetonfahrbahn trägt allerdings ihr Eigengewicht, so dass die Brücke dennoch nicht zusammengebrochen ist!
Nach dem km 3,3 über den Bf Rabenau bis zum Haltepunkt Spechtritz ist der Bahndamm erheblich beschädigt und zum Teil nicht mehr vorhanden. Auch hier sind noch alle Brücken vorhanden und wahrscheinlich auch nicht aus ihrer Lagerung gedrückt wurden. Die Rabenauer Mühle ist nicht zerstört.
Ab dem Hp Spechtritz bis zur Vorsperre der Talsperre Malter ist die Strecke in Ordnung. Zwischen der Vorsperre und der alten Ratsmühle Dippoldiswalde ist das Gleis unterspült.
Von der Ratsmühle bis zum Bf. Dippoldiswalde und weiter bis zum Bahnübergang an der B170 (ehemals Anschluss Ostra-Hydraulik) ist das Gleis unbeschädigt und befahrbar.
In Dippoldiswalde steht jener Personenzug mit der Lok 99 1747, der es nicht mehr geschafft hat, nach Freital-Hainsberg zu gelangen. Der Zug wurde am Montag, 12.08.02 auf der Bergfahrt vom Kipsdorfer Fahrdienstleiter im Bf Schmiedeberg telefonisch gestellt und zur sofortigen Umkehr aufgefordert. Bereits in Ulberndorf durch überschwemmtes Gebiet fahrend, musste die Fahrt unterhalb von Dippoldiswalde wegen umgestürzter Bäume und zunehmender Überflutungen abgebrochen werden, so dass er wieder nach Dippoldiswalde zurück kehrte und gesichert abgestellt wurde. Trotzdem versuchten kurz danach so genannte "Eisenbahnfreunde" Schilder und Lampen zu demontieren und zu entwenden! Glücklicherweise wurden sie daran gehindert.
Ab dem Bahnübergang an der B170 in Dippoldiswalde bis zum Hp Ulberndorf muss auf etwa einer Länge von 1 km der Bahndamm repariert werden. Die Brücke vor dem Dorfplatz in Obercarsdorf liegt noch, danach ist die Strecke bis nach dem Bahnhof Schmiedeberg in Takt und befahrbar.
Oberhalb von Schmiedeberg ist der Bahndamm an mehreren Stellen beschädigt. Die Brücke nach Buschmühle (die letzte vor dem Endpunkt der Bahn!) ist von den Wasser- und Geröllmassen aus ihrer Lagerung gedrückt wurden. An der Geraden entlang der B170 nach Kipsdorf ist der komplette Bahndamm weggespült. Das Gleis ist vorhanden, allerdings - so wie die Straßendecke - mehrfach verworfen. Dort wo bisher der Bahndamm und die Bundesstraße waren, hat sich die Rote Weißeritz ein neues Flussbett geschaffen. Das alte Flussbett ist mit Steinen, Holz, Hausrat, Autoteilen ... "gefüllt und trockengelegt".
Vom unteren Bahnhofsteil in Kurort Kipsdorf (Bahnübergang mit der B170) bis zu den Bahnsteig- und Abstellgleisen liegt eine vergleichsweise dünne Schicht Geröll, der Bahnkörper ist aber in Takt und könnte mit einfachen Mitteln beräumt werden. Schäden am Empfangsgebäude sind nicht bekannt.
Was ist in nächster Zeit machbar?
Zwischen Freital-Potschappel und Freital-Hainsberg macht es sich notwendig die Strecke wieder in betrieb zu nehmen, da die Radebeuler Wagen zur WAS transportiert werden müssen. Am 20.08. wird das Gleis kontrolliert. Sind keine Schäden aufgetreten und ist die WAS vom Schlamm befreit, werden wieder Übergabezüge verkehren.
Auf dem Streckenabschnitt Seifersdorf bis Schmiedeberg sind die Reparaturarbeiten überschaubar und in kurzer Zeit zu erledigen. Mit dem Zug, der noch in Dippoldiswalde steht könnte ohne weiteres ein provisorischer (Insel-)Betrieb aufgenommen werden, der sich bis nach Schmiedeberg ausdehnen ließe. Alles weiterer hängt von detaillierten Befunden, vor allem im Rabenauer Grund ab.
Wir informieren Sie, sobald Neues vorliegt.
18.08.2002
Frank Bardoux / Prof. H.C. Thiel